Ganz schön sportlich, die Post…

Die Deutsche Post wirbt mit dem Handyporto

Handyporto bei der Deutschen Post ist für einen Standardbrief um sportliche 60% (!!) im Vergleich zur klassischen Briefmarke aus der Filiale teurer.

Ein Blick auf die Sportkampagnen der Deutschen Post lässt einen aufhorchen: Partnerschaft mit Manchester United, der Rugby Weltmeisterschaft, der DTM und die Unterstützung im Volvo Ocean Race 2011/2012 sind nur einige wenige Beispiele, bei denen sich die Deutsche Post engagiert.

Sportlich kann es auch werden, wenn man einfach nur eine einzelne Briefmarke kaufen will. Ja richtig, einfach nur ein olles Postwertzeichen, so wie meine Wenigkeit gestern.

Die Ausgangssituation: Für einen Standardbrief nach Österreich wurde eine Briefmarke benötigt. Faul, wie ich war, wollte ich diese bequem in der eFiliale der Post kaufen. Also Porto ausgesucht, noch ein hübsches Motiv gewählt und dann? Ein paar Maus-Klicks weiter und ich stand vor der virtuellen Kasse. In Ordnung, schnell die Rechnungsanschrift eingegeben und dann ging’s weiter zur ‚Portokasse‚. Dort die obligatorische E-Mail Adresse, das Passwort, das Passwort (Wdh.), die Sicherheitsfrage sowie das Sicherheitsantwort und abschließend noch das Sicherheitszeichen eingetippt. Fertig! Fertig?

Beim Eintippen des Sicherheitszeichen scheiterte auch das zehnten Mal…

Nö, leider nicht. Als Antwort auf die Eingabe des Sicherheitszeichen spuckte der Rechner nur nüchtern „Sicherheitszeichen ist falsch. Bitte erneut eingeben“. Doof, dachte ich, da hab ich mich wohl vertippt. Doof auch, dass damit alle Angaben auf der Maske erneut eingegeben werden mussten. In Ordnung, das ganze Spiel noch einmal. Resultat: Genau das Gleiche: Sicherheitszeichen ist falsch.

Mein Ehrgeiz war geweckt. Das gibt’s doch nicht! Groß-Kleinschreiben überprüft, darauf geachtet, das die Tab-Taste nicht aktiviert ist und immer wieder das gleiche Ergebnis. Acht weitere Versuche später gab ich gefrustet auf.

Lust, mich bei der Post für eine Briefmarke anzustellen, hatte ich dennoch nicht. Auch, wenn der Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen stand, wollte ich doch wissen, warum es mir nicht möglich war, eine Briefmarke übers Internet zu bestellen.

Da fiel mir der professionelle Auftritt der Post auf Facebook ein und ich beschrieb dort mein Problem. Und ich war ehrlich erstaunt, dass mir binnen vier Stunden geantwortet wurde (hier sei die Post wirklich mal positiv erwähnt). Ich beantworte brav die Rückfrage und gab Informationen, auf welcher Plattform die Briefmarke gekauft werden sollte.

Respekt: Der Facebookauftritt der Deutschen Post sieht nicht nur gut aus, es wird auch prompt geantwortet. Eine zufriedenstellende Lösung konnte mir leider nicht angeboten werden.

Kurze Zeit später bekam ich folgende ernüchternde Antwort:

„Danke für die Information. Leider können wir Ihnen bei Themen zur Internetmarke nicht weiterhelfen. Ihr Anliegen ist bei unseren zuständigen Kollegen gut aufgehoben (…).“

Ich war also gescheitert. Den weiteren Hinweis auf die Möglichkeit, mir eine Marke als Handyporto www.handyporto.de zu besorgen, stieß dennoch auf offene Ohren.

95Cent für das Handyporto vs. 55Cent für eine „analoge“ Marke: Der Oberknaller!

Also die Post-App heruntergeladen, eingerichtet und dann? Ich wurde stutzig. Für einen Standardbrief innerhalb Deutschlands sollten mir 95Cent in Rechnung gestellt werden!! Als Begründung für das erhöhte Entgelt war unter den Faq zu lesen:

„Es werden die genehmigten Entgelte für den Standardbrief von 55 ct und für die Postkarte von 45 ct erhoben. Hinzu kommen Bereitstellungskosten der Mobilfunkprovider sowie Mehrwertsteuer für den neuen, flexiblen Service. Dafür können Sie Ihre Standardbriefe und Postkarten künftig auch ohne Marke an jedem Ort mit Handyempfang und zu jeder Tageszeit ganz einfach und bequem versandfertig machen.“

Ein Onlinedienst, der seine Dienstleistung um sage und schreibe 60% teurer anbietet als in der Filiale, gibt’s das? Ja, das gibt es, auch wenn mir als einziger Anbieter, der das schafft, die Deutsche Post einfällt.

Man stelle sich vor, ein Musikanbieter würde seine Songs per App teurer anbieten als im Laden? Unvorstellbar! Die Post schafft es, eine Ihrer Dienstleistungen teurer anzubieten.

Ich gab also mein Vorhaben auf, meine Briefmarke „virtuell“ zu kaufen, wurde sportlich aktiv beim Zwischensprint zum nächsten Briefmarkenautomaten und weiß nun genau, wo solch ein Ding zu finden ist. Was ich mit den vielen „EinCent-Briefmarken“ machen soll, welche mir der Automat als „Wechselgeld“ ausgespuckt hat, weiß ich allerdings auch nicht…

Mein Vorschlag gegenüber der Post, Handymarken günstiger oder gleichpreisig wie in einer Filiale anzubieten, um damit ggf. die Warteschlangen in den Filialen zu kürzen und das Personal zu entlasten, blieb bisher leider unbeantwortet…

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Eintauchen in die Welt des Bloggens - ein Selbstversuch...

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